Mitgründer TC Haldenstein
1996 gründete Sepp gemeinsam mit Orlando und Pia Jäger, Jörg Lütscher und Markus Willi den Tennis Club Haldenstein (Jubiläumsbroschüre).
In Erinnerung
«Il pli grond giavisch:
dar mes'ura tennis cun Roger Federer.»
Sepp Bergamin wuchs in Schluein in einfachen Verhältnissen auf. Aus dem Buben, der nie eine Lehre machen konnte, wurde Hotelconcierge, Versicherer – und schliesslich für drei Jahrzehnte der bekannteste Tennislehrer von Chur.
Josef Bergamin – von allen nur «Sepp» oder «Tennis-Sepp» genannt – kam am 19. Mai 1935 in Schluein (Schleuis) als Sohn von Maria Giuliana Bergamin-Solér in einfachen Verhältnissen zur Welt. Eine weiterführende Schule lag ausserhalb der finanziellen Möglichkeiten; stattdessen musste er sich in der Landwirtschaft betätigen. In der Primarschule sass er zusammen mit dem späteren Ständerat Luregn Mathias Cavelty in der Schulbank. Deutsch lernt Sepp erst ab dem zwölften Lebensjahr; neben Romanisch spricht er später auch Italienisch, Französisch und Englisch.
Ab Juni 1961 arbeitet Sepp als Concierge im Hotel Bellevue-Terminus in Engelberg, dazwischen mehrfach als Aushilfsconcierge im Hotel La Palma au Lac in Locarno. Von 1964 bis 1967 ist er Concierge im Hotel Walther in Pontresina. In der Hotellerie lernt Sepp seine Frau Erika (geb. Auer) kennen, mit der er Tochter Marion (Engelberg), Tochter Jacqueline (Samedan) und Sohn Jean-Pierre (Chur) hat. Von 1966 bis 1969 führen sie gemeinsam das Café «Calèche» in St. Moritz. Aus schulischen Gründen der Kinder folgt der Wechsel nach Chur, zunächst mit der Führung des Restaurants «Planaterra», was sich als Fehlentscheid erweist. Über Präsident «Hitsch» Eggenberger ebnet sich der Weg in den Tennisclub Chur und zur Leitung des Kiosks auf dem damaligen Tennisplatz auf der Quader. Mit rund 33 Jahren beginnt Sepp «aus einem Horror heraus» selbst Tennis zu spielen; nach drei Jahren lässt er sich zum Trainingsleiter ausbilden, später zum J+S-Leiter I und II. Ein Unfall mit Beinbruch wirft ihn neun Jahre zurück. Ab 1976 arbeitet er parallel als Versicherungsexperte bei der Basler Versicherung in Chur. 1983 erlangt Sepp das Diplom als Tennislehrer und Instruktor beim Schweizerischen Tennisverband (STV) und wird zusammen mit Daniel Bazzell vollamtlicher Tennislehrer des TC Chur auf der Oberen Au. Ab 1991 bildet er zusätzlich in der Ostschweiz Senioren-Tennis-Leiter aus. In Chur unterrichtet er bis 1995, anschliessend noch viele Jahre in Thusis und Bonaduz. Von 1994 bis 1998 arbeitet Sepp zusätzlich als Nachtconcierge im Hotel Sternen in Chur.
Bei der Einbürgerungsfeier der Bürgergemeinde Chur im April 2003 in der Stadthalle hielt der damalige Bürgermeister Dr. Rolf Stiffler die Ansprache und erwähnte Sepp als ersten neuen Churer Bürger, sinngemäss: «Nun ist endlich auch Sepp ein Churer Bürger.»
Über die Jahrzehnte hat Sepp in vielen Berufen gearbeitet:
«Il contact cun la glieud hai jau adina gì dabot e positiv.»
Vom Verdingbuben in Schluein über die Hotels der Innerschweiz und des Engadins bis zum «Tennis-Sepp» und Stadtführer in Chur – eine grobe Zeittafel.
Am 19. Mai 1935 kommt Josef Bergamin in Schluein (Schleuis, Graubünden) in einfachen Verhältnissen zur Welt.
Schule bis zur 5. Klasse. In der Primarschule sass Sepp zusammen mit dem späteren Ständerat Luregn Mathias Cavelty in der Schulbank – ein längerer Schulbesuch lag aber ausserhalb der finanziellen Möglichkeiten der Familie. Stattdessen arbeitet Sepp als Verdingkind bei Bauern und hütet im Sommer Geissen auf der Alp.
Als kleiner Junge erleidet Sepp einen schweren Unfall mit einer Axt. Wie durch ein Wunder überlebt er – im Spital Ilanz kann ihm die fast gänzlich abgetrennte Hand wieder angenäht werden.
Als Jugendlicher ist Sepp ein guter Schütze und darf ans Eidgenössische Feldschiessen reisen – seine erste Reise ausserhalb des Kantons. Statt mit einer Medaille kommt er allerdings mit leeren Händen zurück: die Gruppe habe «mehr gefeiert als getroffen», erzählt er später.
Als junger Mann geht Sepp auf Wanderschaft in die Innerschweiz und beginnt im Gastgewerbe zu arbeiten.
Ab Juni 1961 arbeitet Sepp als Concierge im Hotel Bellevue-Terminus in Engelberg. Hier lernt er seine spätere Frau kennen; auch Tochter Marion kommt in Engelberg zur Welt. Dazwischen wirkt er mehrfach als Aushilfsconcierge im Hotel La Palma au Lac in Locarno.
Die Schweizerische Fachkommission für das Gastgewerbe stellt Sepp den Berufsausweis für Hallen- und Etagenangestellte aus – auf Grund mehrjähriger Berufstätigkeit im Gastgewerbe.
Sepp ist Concierge im Hotel Walther in Pontresina – damals unter der Familie Walther, heute ein Relais & Châteaux-Haus. Die Familie wohnt in Samedan, wo Tochter Jacqueline im Spital Samedan zur Welt kommt. Einem Hotelgast fehlte der Tennispartner – so kam Sepp zum Tennis.
Gemeinsam mit Frau Erika führt Sepp von 1966 bis 1969 das Café «Calèche» in St. Moritz. In dieser Zeit absolviert er seine ersten Weiterbildungen zum Tennislehrer.
Aus schulischen Gründen der Kinder folgt der Wechsel nach Chur, wo Sepp und seine Frau die Führung des Restaurants «Planaterra» übernehmen – ein Fehlentscheid, wie sich herausstellt. Immerhin ebnet diese Zeit über den Kontakt zu Präsident «Hitsch» Eggenberger den Weg in den Tennisclub Chur und zur Leitung des Kiosks auf dem damaligen Tennisplatz auf der Quader. In Chur kommt Sohn Jean-Pierre zur Welt. Sepp absolviert den Tennistrainer-Kurs in Meiringen sowie die Skilehrer-Ausbildung und wird Jugend+Sport-Leiter.
Nach der Basler Expertenschulung erhält Sepp seinen Ausweis als Versicherungsexperte der Basler Versicherung, Generalagentur Chur. Parallel wächst die Leidenschaft für Tennis, Golf, Curling und Billard.
Sepp erhält das Diplom als Tennislehrer und Instruktor beim Schweizerischen Tennisverband (STV) – belegt im Tagesablauf-Porträt der Bündner Woche 1986. Das Bündner Tagblatt berichtet im September 1983 aus dem Tennisclub Chur (1300 Mitglieder, grösster Verein im Kanton): über 400 Buben und Mädchen werden in 28 Kursen unterrichtet – durch «zwei vollamtliche Tennislehrer: Sepp Bergamin und Daniel Bazzell», sowie 60 ausgebildete J+S-Leiter. Trainingsort: die Anlagen auf der Oberen Au (am Ende der Felsenaustrasse).
Sepp bildet in der Ostschweiz Leiter:innen für Senioren-Tennis aus und führt am TC Chur die ersten Senioren-Kurse selbst durch (7 Frauen, 8 Männer im Premieren-Kurs). Im Zentrum stehen Plausch, Koordination und das Wissen über den eigenen Körper – siehe Bündner-Woche-Reportage 1993.
Über mehrere Jahrzehnte ist Sepp als Tennislehrer in Chur tätig – die halbe Stadt kennt ihn als «Tennis-Sepp». Bis 1995 unterrichtet er in Chur, danach noch viele Jahre in Thusis und Bonaduz.
Parallel zum Tennisunterricht arbeitet Sepp als Nachtconcierge im Hotel Sternen in Chur.
Sepp gründet mit Orlando und Pia Jäger, Jörg Lütscher und Markus Willi den Tennis Club Haldenstein – siehe Jubiläumsbroschüre «20 Jahre TCH».
In der Premierensaison gewinnt Sepp die Herren-Vereinsmeisterschaft des TC Haldenstein.
Im April 2003 findet in der Stadthalle Chur die Feier zur Einbürgerungsaktion 2001 statt. Der damalige Bürgermeister Dr. Rolf Stiffler hält die Ansprache und erwähnt Sepp als ersten neuen Churer Bürger – sinngemäss: «Nun ist endlich auch Sepp ein Churer Bürger.»
Sepp entdeckt seine Leidenschaft für das alte Chur. Über zwei Jahrzehnte baut er sich als Stadtführer einen regelrechten «Fanclub» auf (Stand BT 2017).
Mit 69 Jahren entdeckt Sepp im Golf eine neue Sportart. Am Tag nach seinem 75. Geburtstag (2010) spielt er in Domat/Ems sein bestes Turnier und ebnet mit seinem Sieg (Handicap 16,1) dem Team die Teilnahme an einem Turnier in Zell am See.
Gesundheitliche Probleme nach einem Zeckenbiss und eine Hüftoperation zwingen den Sportler zu einem Neuanfang. Sepp beginnt mit Billardspielen – «die ersten Erfolgserlebnisse haben sich bereits eingestellt» (BT 2017). Einmal spielt Sepp gegen den früheren Billard-Europameister Mario He.
Seit 2023 wohnt Sepp in der Villa Sarona in Chur, einem Wohn- und Pflegezentrum für Seniorinnen und Senioren. Dort begegnet er auch Luregn Mathias Cavelty wieder, mit dem er einst in der Primarschule die Schulbank teilte.
Im September 2023 widmet RTR Sepp ein 58-minütiges Porträt: «Il pli grond giavisch: dar mes'ura tennis cun Roger Federer.»
Sepp war nicht nur Trainer, sondern auch ein leidenschaftlicher Wettkampfspieler. Bis ins hohe Seniorenalter spielte er Turniere und Mannschaftsmeisterschaften.
1996 gründete Sepp gemeinsam mit Orlando und Pia Jäger, Jörg Lütscher und Markus Willi den Tennis Club Haldenstein (Jubiläumsbroschüre).
In der allerersten Saison gewann er die Herren-Vereinsmeisterschaft des TC Haldenstein.
Über viele Jahre leitete er mit Pia Jäger die J+S-Kindertenniskurse am TC Haldenstein.
Im Frühjahr 2004 belegt Sepp in der Bündner Senioren-Rangliste Kategorie S5 mit R6 (Wert 4.610) den 2. Platz im Kanton.
Heim-Turnier am TC Chur, Setzplatz #4 in S3–S7. Sepp schlägt Andy Corai und Ferdinand Bacher, im Halbfinal verliert er gegen Setzplatz #1 Alban Hug. Doppel-Partner: Max Frey.
Bei den Bündner Senioren-Meisterschaften 2006 in Arosa war Sepp Setzplatz #1 der Kategorie S3-S7.
In seiner stärksten Zeit erreichte Sepp die Klassierung R4. Der spätere Abstieg auf R5 «hat ihn ziemlich gewurmt» (BT 2017).
Vor der Seniorenkategorie S5/S6 wurde Sepp dreimal Bündner Meister in der Kategorie 55+ (BT 2017).
Mit dem TC Chur Senioren-Interclub-Team (Sepp, Reto, Toni, Zetta, Karli) wurde Sepp Schweizer Meister in der Senioren-Nationalliga B.
Bei den internationalen Tennismeisterschaften in Klosters spielte Sepp gegen den zweifachen Senioren-Weltmeister Klaus Fuhrmann (D). Er gewann einen Punkt – und erzählt diese Geschichte bis heute.
Eine kleine Auswahl von Augenblicken aus Sepps Leben.
Vier Zeitungs- und Vereinspublikationen haben Sepps Wirken über die Jahrzehnte dokumentiert: ein ausführliches Porträt im Bündner Woche von 1986, eine Senioren-Tennis-Reportage ebenfalls im Bündner Woche aus 1993, das Bündner-Tagblatt-Porträt zum 82. Geburtstag und die Jubiläumsbroschüre des TC Haldenstein.
«Ob Tennis, Golf oder heute Billard; Freude am Sport ist für Sepp Bergamin (82) Lebenselixier. Diese Freude vermittelte ‹Tennis-Sepp› mit viel Charme auch über Jahrzehnte als Lehrer auf dem Tennisplatz.»
Die Jubiläumsbroschüre zum 20-jährigen Bestehen des TC Haldenstein würdigt unter anderem die Gründungsmitglieder – darunter Sepp Bergamin, der 1996 zu den Mitbegründern zählte und in der Premierensaison 1997 gleich Herren-Vereinsmeister wurde.
Porträt über Sepps Tagesablauf als gefragter Tennislehrer am TC Chur. Er erzählt, wie er mit 33 Jahren «aus einem Horror heraus» Tennis zu spielen begann, wie ihn ein Unfall neun Jahre zurückwarf, und wie ein Montag mit 13 Lektionen – die erste um 6.00 Uhr – aussieht: 15–20 km Laufdistanz und rund 10'000 Bälle über das Netz, pro Tag.
Reportage über den ersten Senioren-Tenniskurs des TC Chur (7 Frauen, 8 Männer) unter Sepps Leitung. Seit 1991 bildet Sepp in der Ostschweiz Senioren-Tennis-Leiter aus – Plausch, Koordination und Wissen über den eigenen Körper stehen im Zentrum. Inkl. legendärer Wirbel-Anekdote.